Vorsorgevollmacht

Vollmacht (sog. Vorsorgevollmacht)

Eine Vollmacht lässt dann eine Betreuung entfallen, wenn die Angelegenheiten durch eine*n oder mehrere Bevollmächtigte ebenso gut wie durch eine*n Betreuer*in besorgt werden können.

„Vollmacht“ ist eine Erklärung, die gegenüber einer anderen Person zum Ausdruck bringt, dass die*der Bevollmächtigte rechtsverbindliche Entscheidungen und Erklärungen für die*den Vollmachtgeber*in stellvertretend abgeben kann.

Durch die Formulierung der Vollmacht entscheidet man selbst, wer in welchem Umfang für einen handeln soll. Das Betreuungsgericht ist in diesen Fällen nicht beteiligt. Eine Vollmacht ermöglicht damit ein hohes Maß an Selbstbestimmung. Die*der Vollmachtgeber*in kann entscheiden, ob eine oder mehrere Personen (Familienangehörige oder sonstige Vertrauenspersonen) für sie*ihn die Entscheidungen treffen sollen, und sie*er kann die einzelnen Aufgaben selbst formulieren und bestimmen oder auch begrenzen.

Eine Vollmacht ist nur dann wirksam, wenn die*der Vollmachtgeber*in zum Zeitpunkt der Abfassung der Vollmacht geschäftsfähig war. Sie ist Ausdruck des Selbstbestimmungsrechts des Menschen, die als Kehrseite auch das Risiko des Missbrauchs in sich trägt. Bevollmächtigte, die aufgrund einer vorgelegten Vollmacht handeln, haben zunächst im Außenverhältnis im Rahmen der inhaltlichen Übertragung der Vollmacht einen unbegrenzten Spielraum. Im Innenverhältnis können ihnen individuelle Handlungsanweisungen mit differenzierten Handlungsbefugnissen auferlegt werden.