Rechtliche Betreuung

Rechtliche Betreuung

Wenn...

  • keine Vorsorgevollmacht existiert und keine Vertrauensperson zur Verfügung steht
  • eine erstellte Vorsorgevollmacht nicht (mehr) ausreicht oder
  • die*der Bevollmächtigte nicht mehr in der Lage ist, die Angelegenheiten umfassend zu regeln

... kann eine rechtliche Betreuung notwendig werden.

Gesetzliche Betreuer*innen werden ausschließlich durch richterlichen Beschluss bestellt. Sobald das Betreuungsgericht erfährt, dass eine Person nicht mehr in der Lage ist, ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise zu besorgen, wird das Betreuungsverfahren eingeleitet. Nach einem gesetzlich geregelten Verfahren (unter Beteiligung der Betreuungsstelle zur Sachverhaltsaufklärung und der Einholung eines Sachverständigengutachtens) entscheidet schließlich das Betreuungsgericht darüber, ob und in welchem Umfang eine gesetzliche Betreuung bestellt wird.

In der Regel werden Angehörige bestellt, da sie am ehesten Wille und Wünsche der Betroffenen kennen und zu deren Wohl entscheiden. Sollten die Angehörigen nicht bereit sein, die ehrenamtliche Betreuung zu übernehmen, z. B. wegen familiärer Konflikte, Interessenskollisionen oder aus anderen Hinderungsgründen, werden außenstehende Personen bestellt (geeignete nicht-familiennahe ehrenamtliche Betreuer*innen, bei besonderem Bedarf Berufs- oder Vereinsbetreuer*innen).

Im Beschluss des Betreuungsgerichts wird im Einzelnen festgelegt, in welchem Umfang und für welche Dauer die*der Betreuer*in im Einzelfall tätig werden kann. Dies richtet sich nach den entsprechenden Bedürfnissen der*des Betroffenen.

Durch Vorlage des Beschlusses des Betreuungsgerichts bzw. des Betreuerausweises kann die*der Betreuer*in nachweisen, dass sie*er rechtlich befugt ist, für die*den Betroffenen Entscheidungen zu treffen. Allerdings muss sie*er den betreuten Menschen primär bei eigenen Entscheidung unterstützen und darf auf das Mittel der Stellvertretung nur zurückgreifen, wenn dies erforderlich ist. In jedem Fall müssen der Wille und Wünsche des betreuten Menschen beachtet und persönlich besprochen werden.